Thomas R. Köhler, Autor und Experte für Cybersecurity, spricht mit Wolfgang Gruschwitz darüber, wie sich Cyberkriminalität durch künstliche Intelligenz verändert und warum Unternehmen ihre Sicherheitsstrategie heute neu denken müssen.
Ransomware, CEO-Fraud, Industriespionage oder Social Engineering sind längst reale Bedrohungen für Unternehmen jeder Größe. Durch KI kommen neue Möglichkeiten hinzu: Stimmen und Videos lassen sich täuschend echt fälschen, Angriffe zunehmend automatisieren und mit Vibe Coding entsteht Software, deren Funktionsweise und mögliche Sicherheitslücken teilweise kaum noch nachvollzogen werden.
Thomas R. Köhler erklärt, warum klassische Maßnahmen wie Firewall und Virenschutz allein nicht mehr ausreichen. Statt zu versuchen, alles gleichermaßen abzusichern, sollten Unternehmen ihre eigenen „Kronjuwelen“ kennen: Welche Daten, Systeme und Prozesse sind so wichtig, dass das Unternehmen ohne sie nicht mehr funktionieren würde und wie lassen sich genau diese besonders schützen?
Im Gespräch geht es außerdem darum, was im Ernstfall eines Cyberangriffs zu tun ist, ob Unternehmen Lösegeld zahlen sollten, welche Rolle Cyberversicherungen spielen und warum Datenmanipulation zur nächsten großen Herausforderung werden könnte. Denn künftig stellt sich nicht nur die Frage, ob Informationen gestohlen wurden, sondern auch, ob wir ihrer Echtheit überhaupt noch vertrauen können.
Dabei richtet sich der Blick auch nach vorne: Köhler erwartet, dass KI Cyberangriffe weiter verändern und den Druck auf Unternehmen und Softwareanbieter erhöhen wird. Gleichzeitig sieht er enorme Chancen in der Technologie. Vorausgesetzt, wir lernen, ihre Möglichkeiten bewusst zu nutzen und ihre Risiken ernst zu nehmen.
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